Neuordnung des Lehrberufs „Installateur“

Der Lehrberuf „Installations- und Energietechnik“ kommt: Was Lehrlinge 2026 wissen müssen

Der traditionelle Lehrberuf des Installateurs steht in Österreich vor einer tiefgreifenden Neuausrichtung, die für Lehrlinge und Ausbildungsbetriebe ab 2027 große Bedeutung haben wird. Der klassische Lehrberuf „Installateur“ soll in eine moderne, zukunftsorientierte Form als „Installations- und Energietechniker“ überführt werden. Damit reagiert die Branche auf technologische Entwicklungen, veränderte Anforderungen im Gebäudesektor und die steigende Bedeutung erneuerbarer Energien im Heizungs- und Versorgungstechnikbereich.

Die bisherige Ausbildungsordnung ist seit rund 17 Jahren in Kraft und spiegelt nicht mehr die aktuellen Anforderungen der Praxis wider. Themen wie Wärmepumpentechnik, erneuerbare Energien, moderne Steuer- und Regeltechnik sowie energieeffiziente Systemlösungen waren bislang nicht integraler Bestandteil der Ausbildung. Die Folge: Viele Installateure stießen auf dem Arbeitsmarkt an Grenzen, sobald diese Themen im Berufsalltag eine Rolle spielen.

Die Bundesinnung der Installateure und weitere Interessenvertretungen haben deshalb eine neue Ausbildungsordnung erarbeitet, die den Lehrberuf auf eine breitere, zukunftsfähige Basis stellt.

Was soll sich ändern?

Der geplante neue Beruf trägt den Namen „Installations- und Energietechnik“. Im Kern geht es um folgende Neuerungen:

  • Integration von Heizungstechnik in die Kernkompetenzen: Früher waren Gas/Sanitär und Heizung oft getrennte Themenbereiche innerhalb der Ausbildung. Der neue Lehrberuf verbindet diese Inhalte unter dem Hauptmodul „Wasser und Wärme“.
  • Stärkerer Fokus auf erneuerbare Energien: Wärmepumpen, Solarthermie, Biomasseanlagen und andere erneuerbare Systeme sollen aktiv Teil der Ausbildung werden, um den Anforderungen am Markt gerecht zu werden.
  • Modernisierte Ausbildungskonzepte: Die Ausbildung soll zeitgemäßer werden und Kompetenzen vermitteln, die über klassische Installationsarbeit hinausgehen. Dazu gehören ökologische Bewertung von Systemen, digitales Arbeiten, Steuer- und Regeltechnik sowie Energieeffizienz.

Ausbildungsdauer und Struktur

Im Vergleich zur bisherigen Ordnung, die teilweise vier Lehrjahre vorsah, ist geplant, den neuen Lehrberuf in 3,5 Jahren auszubilden. Damit soll die Ausbildung zeitlich modernisiert werden, ohne an Tiefe zu verlieren. Der neue Lehrberuf befindet sich Stand 2026 noch im begutachteten Gesetzgebungsprozess, die ersten Lehrlinge sollen voraussichtlich ab Herbst 2027 starten.

Was bedeutet das für dich als Lehrling?

Für Lehrlinge, die ihre Ausbildung ab 2026 beginnen oder bereits in Ausbildung sind, bedeutet diese Entwicklung:

  • Lehrlinge, die nach der alten Ordnung ausgebildet werden, absolvieren weiterhin die klassische Installateur-Ausbildung, müssen sich jedoch darauf einstellen, dass moderne Inhalte künftig stärker gefragt sein werden.
  • Lehrlinge, die ab Herbst 2027 starten, werden im neuen Lehrberuf „Installations- und Energietechnik“ ausgebildet, mit erweiterten Inhalten.
  • Der Trend geht dahin, dass spätere berufliche Anforderungen nicht nur klassische Installationsarbeiten abdecken, sondern auch Kenntnisse in Energietechnik, Regelungstechnik, erneuerbaren Systemen und digitalen Tools umfassen.

Quellen: Bundesinnung der Installateure – Informationen zur Neuordnung des Lehrberufs Installations- und Energietechnik, Stand 2026 | TGA-Branchenanalyse – Ausbildungsreform im Lehrberuf Installateur/Installations- und Energietechnik, 2025/2026